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Neuigkeiten

  • O przyjaźni! - das ist Polnisch und bedeutet „Auf die Freundschaft”. Ein Ausdruck, den wir ans Ende einer Woche voller Eindrücke, Erfahrungen und neuer Sichtweisen stellen wollen. Wir haben mit unserem östlichen Nachbarn Polen eine seit vielen Jahrhunderten andauernde gemeinsame Geschichte, in der es  sehr dunkle und schwierige Kapitel gibt - davon konnten wir uns vor allem in Auschwitz überzeugen. Aber Orte wie die Brücke der Freundschaft in Görlitz, das Gut Kreisau oder das bunte Erbe von Breslau machen deutlich, dass in der gemeinsamen Geschichte die friedvollen und partnerschaftlichen Zeiten überwiegen. Damit das in Zukunft so bleibt, ist es wichtig, seinen Nachbarn, seine Eigenarten und seine Geschichte zu kennen. Wenn unsere Fahrt dazu ein kleines Stück beigetragen hat, dann ist ihr Ziel erreicht und wir sagen all den vielen Menschen Danke, denen wir auf dieser Fahrt begegnet sind und die uns ihr Land und ihre Geschichte näher gebracht haben...

    Goethe soll einmal gesagt haben „Mein Leipzig lob ich mir“, ein Ausspruch, den auch wir Overbacher nach unserem Besuch in der sächsischen Metropole nur bestätigen können. Vom Gewandhaus direkt neben dem neuen Universitätsgebäude über die Nikolaikirche und durch die vielen Passagen ging es hinüber zur Thomaskirche. Sie war die Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und ist bis heute die Heimat des berühmten Thomanerchores. Nach einem Besuch an Bachs Grab machten wir ein letztes Gruppenbild an seiner bekannten Statue und ließe dann den Abend in der Moritzbastei mit vollem Sinn und leichtem Herzen gemütlich ausklingen. 

    Bei unserer Stadtführung erfuhren wir schon zu Beginn, dass es in Breslau viel Neues und zugleich viel Altes zu entdecken gibt. Auch die über 150 000 jungen Einwohner erzeugen eine Lebendigkeit, in die wir am Abend in den vielen Studentenkneipen und Restaurants eintauchen konnten. Auf der anderen Seite stößt man an jeder Ecke auf alte Kirchen, bunte Patrizierhäuser und sogar verwitterte Hausfassaden, in denen das deutsche Erbe erhalten geblieben ist, das die Stadt bis 1945 prägte. Damals wurde im Zuge der Nachkriegsordnung die deutsche Bevölkerung vertrieben und so gut wie vollständig durch polnische Einwohner ersetzt, die ebenfalls aus ihrer Heimat in Galizien und Lemberg in Richtung Westen geschickt wurden. So erlebten wir eine Stadt, in der es deutsche Denkmäler gibt, polnische Zwerge und galizisches Essen, die heute eine einmalige Mischung bilden, von der man als Besucher nicht genug bekommen kann.

  • Unsere Reise führte uns heute tief hinein nach Südschlesien, wo an den Ausläufern des Riesengebirges das Gut Kreisau liegt. Über Generationen in Besitz der Familie von Moltke wurde es in den Jahren 1942 und 1943 zum diskreten Treffpunkt einer Gruppe von Männern und Frauen um Helmuth James Graf von Moltke, die als Kreisauer-Kreis bekannt wurden. Gemeinsam berieten sie darüber, wie es mit Deutschland nach Hitler und dem NS-Regime weitergehen solle. Ihre Verbindungen zur Widerstandsgruppe des 20. Juli um Graf von Stauffenberg wurden ihnen schließlich zum Verhängnis. Noch aus der Todeszelle heraus schrieb Moltke lange Briefe mit seiner Frau, in denen bis heute der beeindruckende Mut, die Hoffnung und die tiefe Menschlichkeit spürbar sind, die die Mitglieder des Kreises antrieben. Davon konnten auch wir uns überzeugen, als wir uns am Abend im Berghaus der Moltkes trafen und gemeinsam aus den Briefen lasen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist das Gut nun eine Jugendbegegnungsstätte, in der deutsche und polnische Jugendliche im dem Geist des Miteinanders und der Völkerverständigung zusammentreffen, wie es der Kreisauer-Kreis bereits vor über 70 Jahren erdacht hatte.

    Ein Besuch in Auschwitz ist anders. Bei der Führung durch das Stammlager und das Außenlager Birkenau wird man mit Eindrücken konfrontiert, die nicht selten das Fassungs- und Vorstellungsvermögen über die Abgründe der dort geschehenen Grausamkeiten weit übersteigen. Im Angesicht der Todeszellen, der Gaskammern, Krematorien und vor allem der einzelnen Schicksale der über 1 Millionen zumeist jüdischen Opfer, die an diesem Ort systematisch ermordet wurden, bleibt nur fassungslose Stille übrig. Zugleich aber auch die Einsicht, dass der Besuch an diesem Ort, so schwer er auch am Gemüt des Besuchers zehrt, sein muss. Denn es gilt die Erkenntnis, die Bundespräsident Joachim Gauck einmal so zusammenfasste: Noch schlimmer als Auschwitz wäre nur noch das Vergessen von Auschwitz.

    Koscheres Essen und Klezmer Musik lockten uns Overbacher nach Kazimierz, dem jüdischen Viertel unterhalb der Krakauer Burg. Schon im Jahre 1495 erhielten die Juden hier vom König eine eigene Gemeinde, in der sie mit Stadtrecht ausgestattet vor äußeren Zugriffen geschützt waren. Dieses Viertel hat die Jahrhunderte überdauert und selbst die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten konnte es nicht völlig vernichten. Nach dem Krieg, im Schlaf der Zeit versunken, war es Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“, der diesen Drehort wieder ins Bewusstsein vieler Menschen zurückholte. Mag der Schwerpunkt heute vorwiegend auf touristischen Reizen liegen, so gibt es mittlerweile auch wieder drei aktive Synagogengemeinden, die ihre Lebensart zurück in die alten Mauern von Kazimierz tragen.

  • Krakau atmet Geschichte und lebt in tiefer Verbindung zur eigenen Vergangenheit. Als heimliche Kulturhauptstadt Polens sind die unterschiedlichen Einflüsse der polnischen, ukrainischen, jüdischen, österreichischen und auch deutschen Einwohner durch die Jahrhunderte hinweg bis heute spürbar. Wie vielfältig und reich dieses Erbe ist, davon konnten wir uns auf einer Stadtführung zwischen Altstadtring (Rynek) und Königsschloss (Wawel) an fast jeder Ecke überzeugen.

    Als sich nach dem Zweiten Weltkrieg die polnische Grenze um gut 200 Kilometer nach Westen verschob, wurde auch Görlitz entlang der Neiße geteilt. Seit damals ist die Stadt, die als Tor nach Schlesien gilt, die östlichste Stadt Deutschlands. Die im Krieg zerstörte Brücke über die Neiße wurde im Zuge der EU-Erweiterung 2004 wiederrichtet und nun kann man mit wenigen Schritten zwischen Deutschland und Polen hin und her wechseln, ohne die Stadt dabei zu verlassen.

    Zehn Schüler und vier Lehrer unserer Schulen machen sich mit Ferienbeginn auf in Richtung Osten. Das Ziel ihrer Studienfahrt ist das Nachbarland Polen. Dort begeben sie sich in den kommenden Tagen auf Spurensuche nach den historischen und kulturellen Eigenheiten der deutsch-polnischen Geschichte. Sie wird durch Schlesien u.a. nach Krakau, Auschwitz und Kreisau führen, wo es viel Neues zu entdecken gilt.

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